Grand Cru

Saering

Guebwiller

Den Meeren treu, die das Rheintal vor Millionen von Jahren bedeckten, produziert der „Seering“ Weine mit bemerkenswerten Jodnoten.

  • Art des Bodens Kalkmergelig
  • Fläche in Hektar 26,75
  • Lage Osten, Südosten
  • Gemeinde Guebwiller
  • Altitude 260 bis 300 m
  • Rebsortenbestand (in % nach Rebsorte)
    • Riesling 84%
    • Gewurztraminer 6%
    • Muscat 6%
    • Pinot Gris 4%
    • Riesling 84%
    • Gewürztraminer 6%
    • Muscat 6%
    • Pinot Gris 4%
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Grand Cru Saering

Die Weine

Salzige Noten verraten den marinen Charakter dieser Weine, die die Speichelbildung anregen und einen langen Abgang haben.

Die Verbindung mit dem Terroir

Der Saering ist weniger steil als der benachbarte Kitterlé und zeigt sich gefügiger in seiner Morphologie und der Typizität seiner Weine. Der vom Granit verliehenen Robustheit setzt der Cru vom Saering die Zartheit des Kalks entgegen. 

Die Rieslinge stechen auf diesem Terroir durch einen blumigen Charakter und eine angenehme Fruchtigkeit hervor, die sich bereits in ihrer frühen Jugend deutlich zeigen. Sie sind weniger spritzig als die Rieslinge vom Kitterlé oder Spiegel und legen eine weichere, rundere Säure und eine weniger offensichtliche Mineralität zutage. 

Im Gegensatz dazu neigt der Gewürztraminer vom Saering zu einer solchen Spritzigkeit, dass ihm erst nach einer drei- bis vierjährigen Lagerzeit die Anerkennung zukommt, die er verdient. Er bringt die Nuancen des Terroirs stärker zum Ausdruck; ein Kontrast, der auch die Besonderheit jeder Rebsorte hervorhebt.

Die Weine vom Grand Cru Saering unterscheiden sich durch ihre Finesse von anderen Weinen. 

Wenn auch alle Rebsorten auf diesem Terroir die Frucht und die Knackigkeit ausdrücken, die sie auszeichnen, so besitzt die Struktur der Weine doch eine geradlinige Frische, die von einer bemerkenswerten, im Abgang deutlich spürbaren Meeresnote verstärkt wird. Diese Weine regen die Speichelbildung an und haben einen langen Abgang. 

Der Riesling entfaltet blumige Noten und einen Hauch von Jod. Muscat und Gewürztraminer bleiben frisch und bekömmlich mit einem edlen Hauch von Salz und Pflanzen, der bisweilen an Wasserpflanzen erinnert.

Romain ILTIS
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet  

Wählen und servieren

Der Saering bringt sein salziges Potenzial nach vier- bis fünfjähriger Lagerung zum Ausdruck (zwei Jahre für den Muscat). Er ist ein recht schnell zugänglicher und sehr schneidiger Grand Cru. Dann altert er aber sehr gut.

Bei spätreifen Jahrgängen: Ein Eindruck von frischen Früchten zeichnet die jungen Weine aus, ein Gefühl, das von einer sehr deutlichen Säure verstärkt wird. Die Länge sticht durch eine angenehme Schmackhaftigkeit hervor, die Lust auf mehr macht.

Bei frühreifen Jahrgängen: Die Weine besitzen etwas mehr Mark. Sie bewahren ihre salzige „millimetergenaue“ Spannung. Die Zitrusfrüchte finden wieder zu einem voluminöseren Ausdruck und geben dem Wein die für diesen Grand Cru typische marine Salzigkeit zurück.

Romain ILTIS
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet  

Die Finesse und Salzigkeit der Weine vom Saering machen sie zum perfekten Begleiter von Krustentieren und Produkten aus dem Meer. Gebratene Riesengarnelen, Hummer mit Sauce hollandaise und Flusskrebse in Sosse werden vom Ausdruck des Rieslings verfeinert. Dank seiner Mineralität ist der Muscat ein schöner Aperitifwein, der aber auch hervorragend zu Fischterrinen, Rilletten oder knackigem Gemüse passt.

Romain ILTIS
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet   

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Grand Cru Saering

Das Terroir

Die Natur

Wie eine Halbinsel in der Ebene steht dieser Kalkblock allein in einer Welt aus Sandstein und Granit.Die Natur hat den Grand Cru Searing, eine Bergkuppe mit schweren und fruchbaren Böden auf einem Kalkuntergrund, der ihn von seinen grossen Guebwiller Nachbarn unterscheidet, mit denen er jedoch ein beeindruckendes Mauergeflecht teilt, reich beschenkt.

Ort

Nordöstlich von Guebwiller blickt der Saering, ein Nachbar des Grand Cru Kitterlé, von dem ihn ein geologischer Bruch trennt, in einer Höhe zwischen 260 und 300 m gen Osten und Südosten. Ein Geflecht aus seit über 250 Jahren mit den Mitteln der verschiedenen Epochen unermüdlich restaurierten Trockenmauern grenzt die Parzellen ab.

Boden

Das Terroir, das oligozäne Erdformationen aus dem Latdorfium bestehend aus Sandsteinkieselkonglomeraten aus dem Buntsandstein und zwischengelagerten Mergelschichten bedeckt, gibt einen kalksteinhaltigen Untergrund preis, der stellenweise an der Oberfläche sichtbar ist. Der Boden hat im Grossen und Ganzen eine recht schwere, sandig-mergelige Textur mit viel Schotter.

Einfach ausgedrückt: Der Grand Cru Saering bildet eine Art Bergkuppe aus Kalk, auf der sich Konglomerate aus Sandsteinkieseln und granitische Felstrümmer abgelagert haben. Dieser Buckel erhebt sich wie ein Wächter an den Vorposten des Eingangs zum Tal Florival. Das besondere Wesen dieses Terroirs hat die Menschen lange Zeit fasziniert und die Fantasie des Volkes angeregt, das in diesem alleinstehenden Kalkblock in einem Umfeld aus Sandstein und Granit einen Überrest des Meeres gesehen hat, das einst das Rheintal bedeckte. 

3>Mikroklima

Auf diesem nach Südosten ausgerichteten und vom Vogesenmassiv vor den kalten Winden geschützten Terroir mit einer günstigen Luftfeuchtigkeit können sich die Weinstöcke früh entfalten, um das Beste von sich zu geben.

Victor Canales

Rebsortenbestand

Auf dem sandigen Boden, der auf Jurakalkstein ruht, fühlt sich besonders der Riesling wohl.

Victor Canales

In geringerem Masse findet man hier jedoch auch erstklassigen Muscat, Gewürztraminer und Pinot Gris.

Die Menschen

Der Saering, seit langem bekannt und geschätzt und bereits seit dem 14. Jahrhundert ein grosses Terroir, bewahrt das Geheimnis seiner Natur. Denn seine klaren und hellen Weine verraten uns noch immer nicht, ob sie die Erinnerung an das Meer oder an den Blick der Römer widerspiegeln.

Die Weitergabe eines Erbes

Der Saering wurde erstmals 1250 erwähnt, in einer Zeit, in der der aufrührerische Adel von Guebwiller der Abtei Murbach die Ausübung ihrer Lehnshoheit in der Gegend streitig machte. Die Weine vom Saering erlebten, wie die anderen umliegenden Crus, ihre Blütezeit im 14. Jahrhundert, als sie über die Strassen von Basel und Luzern bis nach Österreich gelangten. Ab 1830 vermarkteten die Winzer von Guebwiller und Bergholtz sie unter dem Namen des Lieu-dit. 

Der Legende nach kommt der Name Saering vom Wort Seering, der Bezeichnung für einen Ring aus Eisen, den man eines Tages an einem Felsen befestigt gefunden und der zum Vertäuen der Schiffe gedient haben soll, als das Tal noch ein weites Meer war. So erklärte man die tektonischen Störungen, die im Laufe der geologischen Zeitalter das Weichgestein aus dem Untergrund an die Erdoberfläche transportiert haben. 

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Der Abt Braun, Chronist der Legenden des Florival, sah in der Etymologie des Wortes Saering den Ursprung eines römischen Lagers: „Ein Lager dieser Art, von dem man noch die Grenzen ausmacht“, schrieb er 1866, „befand sich auf dem Plateau des Sehring (alte Schreibweise), am Eingang des Tals von Guebwiller. Man weiss, dass die Germanen ihre Lager mit dem Wort Ring bezeichneten, und dieser gleiche Name „Seh-ring“ kann daher sehr gut zur Bezeichnung eines Beobachtungslagers gedient haben." Genau an diesem magischen Ort, von dem aus man alles - sogar die Geister - sehen kann, ohne selbst gesehen zu werden,"siedelte der Abt Braun den Sitz des Gottes Odin an, der in der Mythologie der Wächter der Naturschätze ist.

Victor Canales
Synvira