Der Saering, der weniger steil ist als der benachbarte Kitterlé, erweist sich bei seiner Morphologie und der Typizität seiner Weine als gefügiger. Der granitbedingten Robustheit setzt der Saering die Zartheit des Kalkgesteins entgegen.
Die auf diesem Terroir angebauten Riesling-Weine zeichnen sich durch einen blumigen Charakter und eine angenehme Fruchtigkeit aus, die schon früh in ihrer Jugend spürbar sind. Sie sind weniger spritzig als die des Kitterlé oder des Spiegel und legen einen schmelzenderen, runderen Säuregehalt und eine weniger auffällige Mineralität an den Tag.
Umgekehrt neigen die Gewürztraminer des Saering zu einer so starken Spritzigkeit, dass man drei bis vier Jahre warten muss, um sie gebührend genießen zu können. Sie bringen die Nuancen des Terroirs stärker zum Ausdruck; ein Kontrast, der auch die Besonderheit einer jeden Rebsorte hervorhebt.
Die Weine des Grand Cru Saering zeichnen sich durch ihre Finesse aus.
Während alle Rebsorten auf diesem Terroir die für sie charakteristische Fruchtigkeit und Knackigkeit zum Ausdruck bringen, besitzt die Struktur der Weine wiederum eine aufrechte Frische, die von einem bemerkenswerten, im Abgang spürbaren Hauch von Meer akzentuiert wird. Diese Weine regen die Speichelbildung an und haben einen langen Abgang.
Der Riesling entfaltet blumige Aromen mit einem Hauch von Jod. Muscat und Gewürztraminer bleiben frisch und bekömmlich und offenbaren einen salzigen Charakter mit edlen Pflanzennoten, mitunter von Wasserpflanzen.
Romain ILTIS
Bester Sommelier Frankreichs 2012 & Bester Handwerker Frankreichs 2015