Grand Cru

Osterberg

Ribeauvillé

Seinem Blick gen Osten verdankt dieser Grand Cru seinen Namen. Die imposante Geradlinigkeit seiner Weine erstrahlt im Licht der aufgehenden Sonne.

  • Art des Bodens Kalkmergelig-sandsteinhaltig
  • Fläche in Hektar 24,60
  • Lage Süden, Südosten
  • Gemeinde Ribeauvillé
  • Altitude 250 bis 350 m
  • Rebsortenbestand (in % nach Rebsorte)
    • Riesling 46%
    • Gewurztraminer 29%
    • Pinot Gris 24%
    • Muscat 1%
    • Riesling 46%
    • Gewürztraminer 29%
    • Pinot Gris 24%
    • Muscat 1%
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Grand Cru Osterberg

Die Weine

Die von diesem Terroir erzeugte Säure kommt in allen Rebsorten deutlich zum Ausdruck. Die Säure des Rieslings verleiht dem Wein eine zusätzliche Dynamik, während Pinot Gris und Gewürztraminer mit diesem Grand Gru eine subtile und seltene Ausgewogenheit finden. Ihr Ausdruck gelber und weisser Früchte erweist sich als überaus komplex und bezaubernd.

Die Verbindung mit dem Terroir

Der Grand Cru zeichnet sich durch seine Kraft aus

Seine grosse Materie, die aus dem Mergel des Terroirs stammt, gibt den trockenen Weinen ein volles, bisweilen sogar berauschendes Volumen. Die Frische ist hier bei den jungen Weinen etwas streng, sie gibt den Crus jedoch eine kräftige Struktur. Diese Frische zeigt sich später wie ein Volumenfaktor und erfreut den Verkoster. Die exotischen Aromen von Mango, Passionsfrucht und Honig finden sich oft in den Weinen wieder. Sie bilden ein reiches Vorspiel für diese langen und gleichzeitig bezaubernden Weine.

Die von diesem Terroir verliehene Breite und Säure kommen in allen Rebsorten deutlich zum Ausdruck. 

Während die natürliche Säure des Rieslings dem Wein eine zusätzliche Dynamik verleiht und die Aromen getrockneter Kräuter bietet, finden Pinot Gris und Gewürztraminer mit diesem Grand Cru eine subtile und seltene Ausgewogenheit, die zwischen süsser Milde und Frische schwankt. Ihr Ausdruck gelber und weisser Früchte erweist sich als überaus komplex und bezaubernd.

Romain Ilitis
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet 

Wählen und servieren

Die Jahrgänge 

Die grossen Jahrgänge des Osterbergs: 1971, 1975, 1976, 1983, 1985, 1988, 1989, 1990, 1995, 1996, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011.

In ihrer Jugend sind die Weine vom Osterberg sehr gefällig. Nach einer Lagerzeit von fünf oder sechs Jahren entfalten sie jedoch ihr ganzes Potenzial. Diese Wartezeit verfeinert ihre Struktur und lässt vor allem die intensive Mineralität explodieren, die diesen Cru zu einem einzigartigen Terroir macht, dessen Weine zu einer bewundernswerten Alterung fähig sind.

Bei frühreifen Jahrgängen: Die Weine sind charmant und exotisch und entfalten sich in der Regel recht schnell. Ihre Säure wird sanft umhüllt und erzeugt einen Eindruck von Honig. Die Weine sind lang, breit, grosszügig und werden oft von den Noten getrockneter Kräuter geprägt.

Bei spätreifen Jahrgängen: Die etwas dichtere Materie erinnert stets an Honig. Die Substanz des Weines ist etwas luftiger und erlaubt die Entfaltung der Noten weisser Früchte. Die Länge ist intensiv mineralisch und erinnert an heisse Steine.

Romain Ilitis
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet 

Die harmonischsten Verbindungen von Wein und Speisen

Die Weine behaupten sich sogar, wenn sie mit sehr aromatischen Gerichten serviert werden

Fischgerichte und Meeresfrüchte mit würzigen Sossen werden mit diesen Weinen zu einem Festtagsschmaus. Die feste Struktur der Weine vom Osterberg ermöglicht eine Kombination mit weissem Fleisch - Kalbs- oder Geflügelfleisch mit Pilzen, zum Beispiel.

Romain Ilitis
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet 

Osterberg
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Grand Cru Osterberg

Das Terroir

Die Natur

Der Grand Cru Osterberg ist ein Terroir, das den Rebsorten ein ausgewogenes Wachstum verspricht - genährt von den Ressourcen eines Ortes, der aus dem Himmel die grösste Helligkeit und aus der Erde die Ressourcen eines echten mineralischen Mosaiks schöpft.

Ort

Dieses Terroir gehört zum Staffelbruch von Ribeauvillé. Seine bemerkenswerte, grösstenteils nach Osten ausgerichtete und besonders sonnige Lage kommt seinen Hängen mit verschieden starkem Gefälle (10 bis 30 %) zugute. Der Osterberg bildet mit seinen westlichen Nachbarn, den Grands Crus Geisberg und Kirchberg de Ribeauvillé, die Trilogie der Grands Crus de Ribeauvillé. 

Boden

Die tonhaltigen und kieseligen Böden ruhen auf Muschelkalk, der sich vor Millionen von Jahren durch den Einbruch des Rheingrabens gebildet hat. Im Osten bestehen die Böden aus der Lettenkohle mit dolomitischen Kalksteinen und buntem Mergel.

Mikroklima

Das Terroir in süd-südöstlicher Lage profitiert von einer hervorragenden Sonneneinstrahlung. In seinem westlichen Teil angrenzend an den Kirchberg und den Geisberg kommt ihm das gleiche Phänomen zugute wie seinen beiden Nachbarn: frische nächtliche Winde (Tahlwendala), die vom Tal von Aubure herabströmen. Diese Winde mildern die heissen Sommertage und ermöglichen eine langsame und lange Reifung der Weintrauben und somit den Erhalt der Aromen und der Säure der Weine. (Dieser Teil ist überwiegend mit Riesling bepflanzt).

>Im Schutz der Vogesen sind die Niederschläge gering und fallen hauptsächlich im Sommer. Die Hänge der Vogesenausläufer profitieren häufig von einer schönen Nachsaison. In günstigen Jahrgängen ermöglicht die Edelfäule die Produktion herausragender Vendanges Tardives.

Rebsortenbestand

Wie Serge Dubs und Denis Ritzenthaler betonen bildet „Der kalkmergelig-sandsteinhaltige Boden dieses Terroirs (…) eine gut ausgewogene Mischung, die grosse Weine hervorbringen kann. (…) Die vier zugelassenen Rebsorten gelingen hier. Das macht die Wahl der Produzenten, die objektiv die Rebsorte bestimmen müssen, die die Quintessenz der Verbindung zwischen Terroir und Rebsorte am besten auszudrücken weiss, zu einem komplizierten Unterfangen. “ (Dubs, Les Grands Crus d’Alsace, S. 159). 

Diese Quelle der Reichhaltigkeit wird durch das Vorhandensein des Clos du Zahnacker auf diesem Grand Cru belegt, in dessen Parzellen die Zusammenpflanzung seit neun Jahrhunderten nachgewiesen ist.

Die Menschen

Ribeauvillé ist mit seinen drei Grands Crus (Kirchberg, Osterberg und Geisberg) eine bedeutende Stadt des Elsässer Weinbaugebiets. Ihre Ausstrahlung ist seit langem bewiesen, ebenso wie die Einzigartigkeit des Grand Cru Osterberg und seines Clos du Zahnacker.

Die Weitergabe eines Erbes

Der Osterberg gehört seit 1992 zu den Grands Crus, wurde aber bereits in mittelalterlichen Dokumenten erwähnt und die Herren von Ribeaupierre besassen dort ihre Rebflächen. Zu Ribeauvillé erklärt Michel Mastrojanni:

Die Kaiserstadt, ehemalige Hochburg der mächtigen Familie von Ribeaupierre, die sie im 13. Jahrhundert bis zur Revolution beherrschte (im Übrigen durch die Aneignung zahlreicher Rebflächen in der Region, von Ammerschwihr bis Rodern), und Stadt der Fiedler genoss zahlreiche Privilegien und profitierte von einer konstant florierenden Weinwirtschaft.

Michel Mastrojanni, Le grand livre des vins d’Alsace, Solar, 1993, S. 82

Derselbe Autor erzählt auch die Geschichte des Clos du Zahnacker:

Dieser berühmte Clos, der heute der Genossenschaftskellerei gehört, war ursprünglich im Besitz der Benediktinerabtei von Ribeauvillé. Traditionsgemäss habe ein gewisser Zahn, ein Rittermönch, die besten Rebsorten aus dem heiligen Land in das Elsass gebracht und dort gepflanzt. 1426 liess der römisch-deutsche Kaiser Sigismund - darauf bedacht, einen Bund mit dem König Erik von Schweden, Norwegen und Dänemark einzugehen - ein Fass Wein vom Zahnacker holen, das er auf dem Wasserweg bis nach Lübeck brachte und der kaiserliche Botschafter dem nordischen Hof überreichte. Der Wein vom Zahnacker, dessen Rebfläche in der Zwischenzeit in den Besitz der Herren von Ribeaupierre übergegangen war, wurde Ludwig dem XIV. auch bei seinem Besuch in Ribeauvillé 1673 in einem prachtvollen Humpen aus Silbergold serviert. Der Humpen ist im Übrigen noch immer im kleinen Museum im Rathaus zu sehen. Der Clos hat nie seine ursprüngliche Identität aufgegeben: 120 Are kieseliger Mergel, die ein Dreieck in der Hangmitte des Osterbergs bilden und zu gleichen Teilen mit edlen Rebsorten bepflanzt sind (aktuell je ein Drittel Riesling, Gewürztraminer und Pinot Gris).

a.a.O., S. 88

3>Die Liebe zum Weinberg und zur Erde

Dieses anspruchsvolle Terroir verlangt von den Winzern die Begrenzung der Produktion durch verschiedene Methoden. Die nur wenig produktiven Vieilles Vignes sind noch zahlreich vorhanden. Ein sorgfältiger Rebschnitt ermöglicht die Kontrolle des Produktionspotenzials.