Grand Cru

Steinklotz

Marlenheim

Dieser Steinklotz, von den Winzern bereits ab dem 6. Jahrhundert gemeisselt, offenbart die ganze Finesse des Kalks.

  • Art des Bodens Kalk
  • Fläche in Hektar 40,60
  • Lage Süden, Südosten
  • Gemeinde Marlenheim
  • Altitude 200 bis 300 m
  • Rebsortenbestand (in % nach Rebsorte)
    • Gewurztraminer 44%
    • Riesling 29%
    • Pinot Gris 27%
    • Gewürztraminer 44%
    • Riesling 29%
    • Pinot Gris 27%
Die interaktive Karte entdecken »

Grand Cru Steinklotz

Die Weine

Viel Finesse, Energie und eine lange Lagerung zeichnen die Weine vom Steinklotz aus.Die Rieslinge vermitteln Mineralität und Finesse. Die Gewürztraminer schmücken sich mit Gewürzen. Und der Kalk verleiht dem Pinot Noir Finesse und Charakter.

Die Verbindung mit dem Terroir

Die Besonderheiten der Weine

Spannung ist ein wesentliches Merkmal des Steinklotz.

Der Wein findet seine Energie in einer intensiven Frische. Die Materie wird von dieser Spannung getragen, die sich als geradlinig und rein erweist. Der natürliche Ausdruck der Rebsorten wird hier übertroffen. Die Länge ist in der Regel frisch und wird von blumigen und Mentholnoten geprägt.

Der Riesling findet hier ein Terroir, das ihm einen edlen und etwas strengen Charakter verleiht. Pinot Gris und Gewürztraminer bewahren ihre gefällige Bekömmlichkeit und behaupten ihre Aromapaletten mit Eleganz.

Romain Ilitis
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet

Wählen und servieren

Die Jahrgänge

Die Weine vom Steinklotz stechen durch ihre Langlebigkeit hervor. Eine Lagerzeit von mindestens drei Jahren bietet sich an, damit ihre Mineralität vollständig zum Ausdruck kommt.

Die Weine entfalten sich nach einer drei- bis vierjährigen Lagerung, um dann langsam mit der Zeit Patina anzusetzen.

Bei spätreifen Jahrgängen: Die Geradlinigkeit der Weine wird hervorgehoben und erzeugt einen dynamischen Eindruck, der die Struktur am Gaumen verlängert.

Bei frühreifen Jahrgängen: Das etwas stärker konzentrierte Mark des Weines erzeugt ein Gefühl von fleischigerem Volumen, das den Gaumen einhüllt.

Romain Ilitis
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet

Die harmonischsten Verbindungen von Wein und Speisen

Der frische Eindruck des Weines ist das Schlüsselelement der gastronomischen Kombinationen. So ist hier die regionale Gastronomie (Eintöpfe, geräuchertes Fleisch usw.) interessant, ebenso wie frittierte Produkte. Die reine Spannung verfeinert den Gaumen und beseitigt den fetten Eindruck der Gerichte, um die aromatische Intensität explosionsartig zu entfalten und das Verlangen nach dem nächsten Bissen aufrechtzuerhalten.

Romain Ilitis
Mit den Titeln „Meilleur Sommelier de France 2012“ und „Meilleur Ouvrier de France 2015“ für den besten Sommelier bzw. Handwerker Frankreichs ausgezeichnet

Steinklotz-diaz-conseilvinsalsace
Steinklotz-zvardon-conseilvinsalsace-2
Steinklotz-zvardon-conseilvinsalsace

Grand Cru Steinklotz

Das Terroir

Die Natur

Der Grand Cru Steinklotz in hervorragender Südlage mit überwiegend kalkhaltigem Boden eröffnet die Elsässische Weinstrasse im Norden. Dieses frühreife Terroir verleiht den Elsässer Rebsorten einen sehr subtilen Ausdruck.

Ort

Zwanzig Kilometer westlich von Strassburg markiert der Steinklotz den Beginn der Route des Vins d‘Alsace und macht den Anfang einer langen Reihe einzigartiger Terroirs bis zum Rangen von Thann im Süden.

Der Grand Cru erstreckt sich vom Sandsteinfelsen des Kronthals bis zur Kapelle auf dem Marlenberg im Osten. Bei klarem Wetter kann man vom weiter unten gelegenen Kreuzweg die Kathedrale von Strassburg am Horizont erkennen.

Ein Terroir in Hanglage (Gefälle von 20 bis 30 %) mit südlicher Ausrichtung macht den Steinklotz zu einem äusserst günstigen Ort für den Weinbau.

Boden

Dieser Boden aus calcium- und magnesiumreicher kalkhaltiger Braunerde stammt aus dem Kalk des Muschelkalks und der Lettenkohle. Der Sockel aus hartem Kalk bildet einen kompakten Steinblock, daher der Name Steinklotz. An den steilen Hängen des Grand Cru ist die steinige Erdschicht bisweilen nur 20 m dick, an anderen Stellen kann sie eine Dicke von 50 bis 100 cm pro Kolluvienbildung erreichen. Die Böden erwärmen sich im Frühjahr schnell, ihre Wasserreserven sind jedoch begrenzt. Nichtsdestotrotz kann das rissige Muttergestein die Pflanzen mit Wasser versorgen.

3>Mikroklima

Der Grand Cru auf dem Marlenberg ist überwiegend südlich und teilweise östlich ausgerichtet und profitiert von einer hervorragenden Sonneneinstrahlung. Die Gipfel der Vogesen sind nur wenige Kilometer entfernt, sodass die Sonnenstrahlen den Hang bis spät in den Abend in Licht tauchen. Die sehr steilen Hänge begünstigen eine maximale Sonneneinstrahlung. Alle Bedingungen für sehr reife Weintrauben sind auf dem Steinklotz gegeben.

Rebsortenbestand

Dieser nördliche Weinberg steht für langsame und späte Reifungen.

Der karge und sehr steinige Boden wurde schon immer für die Produktion von hochwertigem Pinot Noir genutzt, selbst wenn diese Rebsorte bisher nicht als Grand Cru anerkannt wurde.

Die weissen Rebsorten befinden sich hauptsächlich in den ton- oder sandhaltigen, etwas feuchteren Bereichen, in denen sich besonders der Gewürztraminer wohlfühlt.

Die Menschen

Unzählige Geschichten werden über diesen „Steinklotz“ erzählt! Eine seiner Besonderheiten liegt in der Tatsache, dass die Rotweine dieses Terroir so berühmt gemacht haben: Der Rote Marlheimer wurden von den Dichtern und Schriftstellern in den Himmel gelobt und die Winzer von heute lieben ihn nach wie vor.

Die Weitergabe eines Erbes

Der Name des Lieu-dit Steinklotz bedeutet „Block aus Stein“ und erinnert an das charakteristische Gestein dieses Terroirs.

Gregor von Tours erzählt in seiner Chronik über die Geschichte der Franken, dass 589 der König Childebert, nachdem er einer von der Gouvernante und seinem Liebhaber gegen ihn geplanten Verschwörung auf die Schliche gekommen war, erstere zum Drehen des Mühlsteins zur Mehlproduktion verurteilte, während der letztere, nachdem man ihm die Ohren abgeschnitten hatte, lebenslänglich den Weinberg des königlichen Hofes bearbeiten musste.

595 wurde der Sohn von Childebert, Thierry II., Herzog von Burgund, nachdem er seine gesamte Kindheit in Marlenheim verbracht hatte. Einige glaubten, dass auf dem Weinbaugebiet von Marlenheim zu der Zeit deshalb überwiegend Pinot Noir angebaut wurde, weil diese Rebsorte auch die emblematischste Rebsorte des Burgunds war.

Der Zerfall der Macht der Merowinger hinterliess den Weinberg von Marlenheim in den Händen einer Vielzahl von Eigentümern, die von "königlichen Gunstbeweisen profitierten". Einige dieser Besitzer, wie die Abtei Haslach, beanspruchten ihre zahlreichen Rebflächen, indem sie sich auf die 613 gewährten Schenkungen des Königs Dagobert beriefen. 

Ausser den Monarchen und der Abtei Haslach teilten sich die Abteien Wissembourg, Marmoutier und Andlau das Weinbaugebiet, bis die Stadt Strassburg im 13. Jahrhundert und bis zur französischen Revolution sein Eigentümer wurde. 

Nach der Erfindung der Druckerpresse im 16. Jahrhundert stellten die Dichter und Schriftsteller ihre Inspiration in den Dienst des "boni vini rubri". Fischart bezeichnete den Rotwein von Marlenheim als "Köstlichkeit", wie den Rotwein von Saint Hippolyte: "Roter Marlheimer und von S. Bild, o wie milt". Der Chronist Bernard Hertzog erwähnte Marlenheim 1592 als die Stadt des guten Rotweins: "Das Stäten Marley ist berümbt von Gewächs gutes Roten Weins". 

Einer Legende nach wurde die Kapelle auf dem Marlenberg 1683 von drei Brüdern gebaut, die auf hoher See in ein Unwetter geraten waren und dort ein Versprechen abgegeben hatten. Sollten sie gerettet werden, würden sie nach ihrer Rückkehr in ihrem Dorf eine Kapelle errichten. So geschah es und die Kapelle wurde 1772 vom ersten Pfarrer der Gemeinde, Ignace Klein, vergrössert. Der Kreuzweg des Ortes wurde im gleichen Jahr dank der Finanzierung durch reiche Winzer aus dem Dorf angelegt.

lockquote>

Eine andere Geschichte aus der Zeit der französischen Revolution (1789) erzählt, dass der Pfarrer Lerps die Messe heimlich in der Kapelle auf dem Marlenberg feierte. Um die Kapelle vor der unausweichlichen Zerstörung zu bewahren, wurde erklärt, sie diene dem Feldhüter als Unterkunft. Einer aus dieser Geschichte entstandenen Legende nach hatte dieser Pfarrer die Gewohnheit, ein Fässchen Rotwein aus Marlenheim in einem Versteck hinter der Kapelle zu verbergen. Dieses Versteck ist noch heute sichtbar, das Fässchen jedoch ist verschwunden…

Speisekarten aus dem 19. Jahrhundert zeugen von der herausragenden Stellung, die die Weine bei hohen Festmählern genossen, sowie von ihrem grossartigen Alterungspotenzial. Man reichte beim Jubiläumsmahl am 18. Dezember 1884 Marlenheimer Weine von 1835, 1865 und 1878 und beim Hochzeitsmahl am 10. Oktober 1891 Rotweine aus Marlenheim von 1876, also Weine, die zwischen 6 und 49 Jahre alt waren!

Victor Canales
Synvira

Die Liebe zum Weinberg und zur Erde

Die besonderen Regeln

Was den Weinbau angeht, werden die Bodenbearbeitung und die Begrünung auf dem Steinklotz zur allgemeinen Praxis. Der kurze Schnitt, die Ausdünnung der Weintrauben oder die Verbreiterung der Rebzeilen sind ebenfalls Praktiken, die sich verbreiten. 

Zudem sorgen die Winzer für die Pflege der Wälle und Trockenmauern und für die Wahrung einer gewissen biologischen Vielfalt. 

Der Pinot Noir passt sich dem kalkhaltigen Terroir des Steinklotz hervorragend an. Deshalb setzen sich die Winzer für die Anerkennung dieser Rebsorte als AOC neben den edlen weissen Rebsorten ein.